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Die Erste
Sonntag, 11.10.2026 | Daniel

Unglückliche 2:3-Niederlage bei BVB U23

Es ist wie verhext. Die SG Wattenscheid 09 spielte im altehrwürdigen Stadion Rote Erde groß auf und stand nach 94 Minuten doch mit leeren Enden da. Gegen die hochfavorisierte U23 des BVB dominierte die SG 09 über weite Strecken der Partie, besaß zahlreiche Großchancen, hatte dreimal Alu-Pech und kassierte in der Nachspielzeit den bitteren Gegentreffer zum 3:2 nach einem Eckball.

09-Cheftrainer Przemek Czapp musste auf mehrere Spieler verzichten, darunter mit Maximilian Adamski (gesperrt), Vincent Gembalies, Imran Ali und Nicolas Hirschberger (krankheits- und verletzungsbedingt) einige Stammkräfte, wobei Letztgenannter zumindest auf der Bank Platz nehmen konnte. Auf der Gegenseite kehrte Finn Wortmann nach abgesessener Gelbsperre in die Startelf zurück.

Jener Finn Wortmann prüfte bereits in der 4. Minute BVB-Keeper Silas Ostrzinski, der dessen Schuss aus halbrechter Position zur Ecke abwehren konnte. (4.) Drei Minuten später musste das Lattenkreuz für Ostrzinski retten: nach einer flach ausgeführten Ecke knallte Kapitän Steve Tunga das Spielgerät an das Aluminium. (7.)

Die 09er blieben die überlegene Mannschaft und zwangen die Borussen zu Fehlern im Spielaufbau. Dies führte zu riesigen Torchancen für Robert Nnaji und erneut Steve Tunga, doch sie verpassten jeweils die Führung. (11. + 15.) Es ging weiter nur in Richtung BVB-Tor. Nach einem Freistoß von Illia Poliakov wurde der Kopfball von Albin Thaqi geblockt und der anschließende Kopfball von Nico Schulte-Kellinghaus konnte Ostrzinski festhalten. (20.)

Dann belohnten sich die Schwarz-Weißen endlich. Nach Kombination zwischen Finn Wortmann und Kaan Kurt legte der Rechtsverteidiger auf Robert Nnaji, der von der Strafraumkante direkt abzog und mit seinem 5. Saisontor das 1:0 erzielte. (25.)

Die Sportgemeinschaft war 30 Minuten lang klar die bessere Mannschaft und führte letztlich zu niedrig. Dann sorgte eine Schulterverletzung und dementsprechend langer Verletzungspause inklusiver Auswechslung von Kaba auf Dortmunder Seite für einen Wechsel des Spielgeschehen. BVB-Trainer Daniel Rios schien seine Truppe besser auf die 09er einstellen zu können. Der eingewechselte Degener spielte einen Traumpass in den Lauf von Samuele Inacio und der 18-jährige blieb frei vor Joshua Mroß cool und erzielte das 1:1 (38.) Der Torschütze saß noch am Abend zuvor auf der Reservebank des BVB im Bundesligaheimspiel gegen Werder Bremen (2:2).

Das Zwischenergebnis war ein schlechter Treppenwitz, doch kurz vor dem Seitenwechsel sollte es noch schlimmer für die Schwarz-Weißen kommen. Fadi Zarqelain kam im Laufduell mit Medin Kojic im 09-Strafraum zu Fall und Schiedsrichter Fynn Gottschalk entschied auf Strafstoß für die Gastgeber. Ayman Azhil ließ sich die Chance nicht entgehen und verwandelte zur äußerst schmeichelhaften 2:1-Halbzeitführung für den BVB.

Nach 30 Minuten kann es 3:0 für uns stehen und das gegen eine der stärksten Mannschaft der Liga.
Przemek Czapp

Die Nullneuner gingen sehr enttäuscht in die Kabine, doch sie kamen gestärkt und mit Zuversicht wieder auf das Spielfeld zurück. Bereits nach wenigen Minuten bediente der emsige Kaan Kurt mit einer weichen Hereingabe Robert Nnaji, dessen direkter Abschluss dieses Mal von Ostrzinski zur Ecke abgewehrt werden konnte. (49.)

Es entwickelte sich jetzt allerdings eine wilde Phase mit Chancen auf beiden Seiten. Die Gastgeber spielten sich über die linke Seite frei, Fadi Zarqelain bediente den eingewechselten Kevin Mutove, der glücklicherweise nicht den Ball zum 3:1 unterbringen konnte. (51.)

Yamamoto schickte Azhil mit einem starken Pass, doch der Kapitän der Dortmunder versuchte erfolglos Joshua Mroß zu überlupfen. (55.) Auf der Gegenseite traf Illia Poliakov mit einem Schuss aus 16 Metern den Pfosten des Dortmunder Gehäuses. (57.) Anschließend köpfte Nico Schulte-Kellinghaus eine Ecke von Illia Poliakov in die Arme von Ostrzinski. (58.)

Die 09er versuchten es aus allen Lagen. Kapitän Steve Tunga zog aus der 2. Reihe ab und die Kugel strich um einen Meter am Pfosten vorbei. (64.) Tom Sindermann schickte Robert Nnaji, der aus halblinker Position frei vor Ostrzinski an dessen starken Fußabwehr scheiterte. (75.) Es war zum Haareraufen und es ging zunächst so weiter. Die SG 09 drängte weiter auf den längst hochverdienten Ausgleich. Kaan Kurt überwand mit einem sehenswerten Schuss aus 17 Metern Ostrzinski, doch der Ball klatschte an die Querlatte. (79.)

Absolut beeindruckend bei den 09ern war die Tatsache, dass sie sich davon nicht unterkriegen ließen. Sie machten unbeirrt weiter und wurden drei Minuten später endlich belohnt. Ein Schussversuch von Henri Bollmann gelangte zum vollkommen freistehenden Kaan Kurt, der per Kopf zum vielumjubelten 2:2-Ausgleichstreffer traf. (82.)

In der Nachspielzeit kam der Favorit noch einmal auf. Degener zwang Joshua Mroß zu einer starken Parade und so schien es bei der Punkteteilung zu bleiben. Doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit gab es noch eine Ecke, die Azhil perfekt auf den Kopf von Nsumbu, der zum 3:2 einköpfte. (90. + 2.)

Die zahlreich mitgereisten 09-Fans spendeten den Nullneunern nach dem Abpfiff Trost durch Beifall, Anfeuerung und aufmunternden Worten, denn jeder im Stadion Rote Erde hatte gesehen, dass dieses Spiel eigentlich nur einen Sieger verdient gehabt hätte und das war die SG Wattenscheid 09.