3:0 gegen Düsseldorf – Überzeugender 1. Heimsieg der Saison

Die Mannschaft von 09-Trainer Farat Toku hat erneut allen Widrigkeiten getrotzt und durch ein hochverdientes 3:0 gegen Fortuna Düsseldorfs U23 den ersten Heimsieg der Saison eingefahren. Marwin „Studti“ Studtrucker mit einem Doppelpack und der eingewechselte Güngör „Günni“ Kaya in der Nachspielzeit erzielten die Treffer für die SG 09. Rund 1400 Zuschauer in der Lohrheide sorgten für eine großartige Kulisse und peitschten ihr Team neunzig Minuten lautstark nach vorne. Bei den Gästen sahen zudem Max Wegner (Beleidigung) und Timo Bornemann (grobes Foulspiel) jeweils die Rote Karte.

Personell etwas ersatzgeschwächt startete die SG 09 in die Partie gegen Fortunas Zwote. Trainer Farat Toku musste sowohl auf Kapitän Nico Buckmaier (fünfte Gelbe Karte), Emre Yesilova (Zerrung) sowie Jeffrey Obst (grippaler Infekt) verzichten. Zu allem Überfluss fiel unserem Coach bereits nach 13 gespielten Minuten auch Verteidiger Tolga Cokkosan aus, bei dem sich eine alte Muskelverletzung meldete. Davon jedoch unbeeindruckt zeigte sich das leicht umgestellte 09-Team schnell als Herr im Haus und spielte druckvoll sowie mit viel Ballbesitz nach vorne.

Die erste Gelegenheit des Spiels gehörte der ansonsten recht harmlosen Fortuna. Die 1401 Fans hatten kaum ihre Plätze eingenommen, als sich Verteidiger Norman Jakubowski einen kapitalen Ballverlust im Spielaufbau leistete, den unser Gast aus Düsseldorf aber nicht zum Torerfolg verwerten konnte (1.). Danach kam der Schwarz-weiße Zug mächtig ins Rollen. Die erste 09-Chance hatte der aufgerückte Verteidiger Richard Weber, als er es nach einer Canbulut-Ecke mit einem sehenswerten Kopfball probierte (7.). Doch das Leder strich nur Zentimeter über das Gehäuse von Fortuna-II-Keeper Maduka Okoye.

Keine zehn Minuten später sollten die Fans der Lohrheidekicker dann endlich Grund zum Jubeln bekommen. Der für Tolga Cokkosan eingewechselte Phillip Aboagye setzte sich mit einem tollen Sprint auf der linken Seite gegen seinen Kontrahenten durch, und spitzelte den Ball schließlich in die Mitte, wo Marwin Studtrucker goldrichtig stand – die Führung für die 09er (16.).

Auch im weiteren Spielverlauf überließ der Gast aus Düsseldorf den Wattenscheidern Ball und Feldgewinne und lauerte dabei, eher verlegen, auf Kontersituationen. Wenn sich die 09er also in der ersten Halbzeit etwas vorwerfen lassen mussten, war es wieder einmal ihre äußerst lässige Chancenverwertung. Denn weder die sehenswerte Flanke von Bastian Frölich aus dem Halbfeld, ein Lattenkopfball von Boris Tomiak, noch eine scharfe Hereingabe von Cellou Diallo fanden den Weg ins Tor. So gingen beide Teams mit einer hochverdienten Führung für die SGW in die Kabinen.

Fortuna sieht zwei glatt Rote Karten – Kaya knipst wieder

Unverändert kamen die Teams der Wattenscheider und der Fortuna aus der Kabine. Offenbar hatte Gästecoach Nico Michaty dort aber die richtigen Worte gefunden, denn zunächst war Fortunas U23 die etwas aktivere Mannschaft, ohne die 09er jedoch ernsthaft in Gefahr bringen zu können. Nach der kurzen Drangphase machte Wattenscheid dann genau dort weiter, wo es vor der Pause aufgehört hatte: Mit angriffslustigem Fußball und dem Erspielen hochkarätiger Torchancen.

Zunächst scheiterte Marwin Studtrucker noch mit einem Schuss aus der Distanz, der knapp am rechten Pfosten vorbei ging und ein sehenswerter Doppelpass von Bastian Frölich und Berkant „Maschine“ Canbulut konnte von Fortunas Torwart Okoye unterbunden werden. Kurz darauf wurde es jedoch turbulent: Nach einer Rudelbildung zeigte Schiedsrichter Alexander Schuh in einer, ansonsten sehr fairen Partie, die erste Rote Karte für einen Fortuna-Spieler (55.). Offenbar hatte sich Max Wegner zu einer Beleidigung hinreißen lassen und musste deshalb frühzeitig duschen.

Auch bedingt durch die Überzahl auf dem Feld, kamen die 09er zu ihrem zweiten Torerfolg: Matthias „Matze“ Tietz passte auf Cellou Diallo, der ein Auge für den freien Marwin Studtrucker hatte. Und „Studti“ konnte bereits zum zweiten Mal an diesem Samstag einen Torerfolg bejubeln – 2:0 (68.).

Beflügelt durch die Führung und die nie enden wollenden Anfeuerungsrufe der 09-Fans spielte die Mannschaft immer weiter nach vorne und hätte sich durchaus eher belohnen können. Doch zunächst sollte es wieder einen Aufreger geben: Der eingewechselte Timo Bornemann sah nach einem unabsichtlichen, aber völlig überzogenen Einsteigen gegen 09-Torwart Baboucarr Gaye ebenfalls die Rote Karte von Schiedsrichter Schuh (81.) – Fortuna nur noch zu neunt und die SGW nun komplett überlegen.

So war das spielerische „Happy-End“ dem eingewechselten Güngör „Günni“ Kaya in der Nachspielzeit vorbehalten. Nach einer sehenswerten Einzelleistung, bei dem er zwei Fortuna-Spieler wie Fahnenstangen im Fünf-Meter-Raum ausstiegen ließ, schob er die Kugel abgezockt ins lange Eck. Das war gleichzeitig der Schlusspunkt, denn Schiri Schuh beendete die Partie nach dem 3:0 unmittelbar.

Aus rein sportlicher Sicht setzte die Mannschaft der SG Wattenscheid 09 damit ein beeindruckendes Lebenszeichen und bewies wieder einmal, dass sie trotz sicherer neun Punkte Abzug im laufenden Ligabetrieb durchaus noch Chancen auf den Klassenerhalt besitzen würde. Durch den ersten Heimsieg verbesserte sich das Team um Trainer Farat Toku in der „korrigierten“ Tabelle sogar auf Rang 17 und hätte derzeit einen Rückstand von sieben Zählern ans rettende Ufer. Eine durchaus lösbare Aufgabe für Tokus Truppe. Wenn sie denn noch die Chance dazu bekommt…

Mannschaftsaufstellung SGW: Baboucarr Gaye; Bastian Frölich, Norman Jakubowski, Boris Tomiak, Richy Weber, Tolga Cokkosan (13. Phillip Aboagye); Matthias Tietz, Louis Ferlings (85. Yannick Geisler); Cellou Diallo (80. Nicolas Hirschberger), Berkant Canbulut, Marwin Studtrucker (85. Günni Kaya)

Tore:

1:0 Marwin Studtrucker (16.)

2:0 Marwin Studtrucker (68.)

3:0 Günni Kaya (90. + 2.)

Schiedsrichter: Alexander Schuh (Kaarst)

Zuschauer: 1.401

Besondere Vorkommnisse: 

Rote Karte: Max Wegner (55.), Timo Bornemann (81.)

Stimmen der Trainer:

Nicolas Michaty (Trainer Fortuna Düsseldorf U23):

„Herzlichen Glückwunsch an Farat und die SG Wattenscheid zum absolut verdienten Sieg. Ich glaube, dass man an dieser Stelle ein großes Kompliment an Farat und die Mannschaft sowie den Verein richten muss. Ich denke nicht nur heute, sondern auch die letzten Wochen und Monate in solch schwierigen Situationen immer diese Leistungen abzurufen, dazu gehört allerhöchster Respekt. Zum Spiel: Es war wie gesagt ein absolut verdienter Sieg für die SG Wattenscheid. Ich glaube, wir sind an sich ganz gut in das Spiel rein gekommen, hatten nach der ersten Minute schon eine sehr gute Möglichkeit, wo man 1:0 in Führung gehen muss. Dann hat jedoch Wattenscheid immer mehr die Initiative übernommen, auch durch Standardsituationen und ist verdient in Führung gegangen. In der zweiten Halbzeit waren wir zu Beginn eigentlich besser im Spiel. Dann kam jedoch der erste Platzverweis. Eine, wie ich finde, sehr harte Entscheidung. Im weiteren Verlauf gab es dann noch eine Rote Karte, sodass es am Ende natürlich schwierig ist, gegen eine Mannschaft die alles rein geworfen hat, zurückzukommen. Ich wünsche Farat, der Mannschaft und dem ganzen Verein wirklich alles Gute für die Zukunft. Es wäre sehr bitter, nicht nur für das Revier sondern ganz Fußballdeutschland, wenn es hier nicht weitergehen würde. Ich drücke deshalb alle Daumen.“

Farat Toku (Trainer SG Wattenscheid 09):

„Ich glaube das Spiel zu analysieren, besser kann man es nicht machen. Der Nico hat schon alles gesagt. Es war schön vor so einer Kulisse zu spielen. Schade, dass es heute beim Heimspiel war, ich hoffe dass es demnächst auch so ist. Ich glaube, dass merkt die Mannschaft auch. Wir spüren die Unterstützung wenn mehr Zuschauer da sind. Das ist schon richtig gut für das Ergebnis und auch die letzte Kraft. Ich denke, auch über die gesamten neunzig Minuten gesehen, war der Sieg völlig verdient. Klar, in der zweiten Halbzeit wie Nico schon sagte, hat Düsseldorf die ersten zwanzig Minuten deutlich tonangebender gespielt. Aber im Großen und Ganzen geht das Ergebnis komplett in Ordnung. Kompliment an die Mannschaft, Kompliment an das gesamte Team und die Zuschauer. Es hat Spaß gemacht hier vor der Kulisse zu spielen und dass trotz des Wetters viele den Weg ins Stadion gefunden haben. Da kann ich ebenfalls nur ein großes Lob aussprechen. Das war auch auswärts in Rödinghausen schon richtig gut. Wir sehen, dass wir noch leben. Ich hoffe, dass wir noch lange leben und da wir positiv denken und eigentlich bereits seit fünf Jahren nach Lösungen suchen, denke ich immer noch, dass alles gut wird. Dankeschön.“